Der Bildungsplan unserer Schule

Die Realschule in Baden-Württemberg versteht sich als eine "Schule der Realien", die sich der Wirklichkeit in besonderer Weise verpflichtet fühlt. Ihr Erfolg erklärt sich aus einer jeweils raschen, ideologiefernen und pragmatischen Anpassungsfähigkeit an sich verändernde gesellschaftliche Bedürfnisse. Von der Gründung der ersten Realschulen im 18. Jahrhundert in Baden und in Württemberg bis zur Eröffnung der 459. Realschule im Jahre 2000 gehört es zum Selbstverständnis der Lehrerinnen und Lehrer an Realschulen als lernende Schule zu begreifen. Leistungsorientierung und Kreativität sind für die Realschule zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Im Pflichtbereich werden folgende Fächer und Fächerverbünde unterrichtet

  • Religionslehre bzw. Ethik
  • Deutsch
  • Englisch
  • Mathematik
  • Geschichte
  • Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde (EWG)
  • Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA)
  • Künstlerischer Bereich: Musik, Bildende Kunst
  • Sport

 

Die Wahlfächer

Ab Klasse 7 ist ein Wahlpflichtbereich eingerichtet.

Jede Schülerin und jeder Schüler wählt entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten eines der Fächer:

  • Technik
  • Mensch und Umwelt (MUM)
  • Französisch

 

Themenorientierte Projekte - fächerübergreifende Pflichtprojekte

Die Themenorientierten Projekte gehören zum Regelangebot aller Realschulen in Baden-Württemberg. Sie bilden neben den Fächern und den beiden Fächerverbünden die dritte Unterrichtskategorie. Als fächerübergreifende Pflichtprojekte werden sie während der Realschulzeit angeboten.

Die vier Themenorientierten Projekte sind

  1. Technisches Arbeiten - TOP TA
  2. Soziales Engagement - TOP SE
  3. Wirtschaften, Verwalten, Recht - TOP VWR
  4. Berufsorientierung - TOP BORS

 

TOP TA

Das Themenorientierte Projekt Technisches Arbeiten (TOP TA) soll allen Schülerinnen und Schülern einer Realschule zu einem frühen Zeitpunkt zweierlei ermöglichen:

  • Reale Begegnungen mit technischen Sachverhalten aus ihrem engsten Lebens- und Anschauungsbereich. Sie sind junge Menschen, die auf Technik treffen, Technik entdecken, Technik verstehen und verwenden wollen.
  • Elementare Erfahrungen, sich als technisch handelnd zu erleben, gestaltend auf Dinge einzuwirken, Probleme zu lösen und zielgerichtet einen Prozess zu durchlaufen. Dies führt zu Kompetenzen und besonders zu Stolz über das Erreichte.

 

Das TOP TA wir in Klasse 6 durchgeführt und bietet

  • den Umgang mit verschiedenen Materialien, Werkzeugen und Maschinen
  • Freude am praktischen Arbeiten durch die Herstellung eigener Gegenstände
  • Stärkung des Durchhaltevermögens, der Selbstständigkeit, der Anstrengungsbereitschaft und damit des Selbstbewusstseins der  Schülerinnen und Schüler
  • Anregung zur sinnvollen Freizeitgestaltung
  • Einführung in das projektorientierte Arbeiten
  • Orientierung für die Wahlpflichtfach-Entscheidung

 

TOP SE

Das Themenorientierte Projekt "Soziales Engagement" hat das Ziel, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Menschen zu wecken und zu fördern. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, im Rahmen eines Projektes eigene Stärken und Schwächen kennen zu lernen, ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und dadurch Verhaltensicherheit zu erwerben und die eigene Sozialkompetenz zu stärken. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren den gesamten Prozess in einer individuellen Projektmappe.

  • Jugendliche planen das Projekt mit, arbeiten möglichst selbstständig, dokumentieren und präsentieren das Projekt.
  • Schwerpunkt bei TOP SE ist das Erkennen von eigenen Stärken und Schwächen, die Verbesserung von Teamarbeit und die Erfahrung, was Verantwortung für andere Menschen bedeutet.
  • Außerhalb der Schule engagieren sich unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Sozialpraktikums in der Klassenstufe 9 in Alten- und Pflegeheimen, bei Vereinen und Verbänden, bei Feuerwehren, in Familien, Kindergärten.Am Ende erhalten die Jugendlichen ein Testat, das dem Zeugnis beigefügt wird und sowohl eine verbale Beurteilung als auch eine Ziffernote enthält.

 

TOP WVR

Eine immer komplexer werdende Lebens-, Berufs- und Arbeitswelt verlangt von den Absolventinnen und Absolventen der Realschule fundierte Fachkompetenz ebenso wie methodische, soziale und personale Kompetenzen. Diese nachhaltig zu fördern ist das zentrale Anliegen des TOP´s Wirtschaften, Verwalten und Recht.

Schülerinnen und Schüler erlangen im TOP WVR Einsichten in die Bedeutung der arbeitsteiligen Wirtschaft, in Organisationsabläufe und Verwaltungstätigkeiten sowie die dazu gehörigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Sie arbeiten nach der Projektmethode an einem selbst gewählten Thema, planen das Projekt, führen es durch und präsentieren es, evaluieren den Prozess und das Ergebnis.


Der projektorientierte Ansatz von WVR verändert die Schüler- und Lehrerrolle. Lehrerinnen und Lehrer sind in erster Linie Berater, Moderatoren und Koordinatoren, weniger Wissensvermittler. Schülerinnen und Schüler sind gleichberechtigte Partner.

Die Öffnung von Schule ist ein zentrales Anliegen des TOP´s WVR. Kontakte zur örtlichen Wirtschaft, die Zusammenarbeit mit Institutionen des Verwaltungs- und Rechtswesens und sozialen Institutionen ermöglicht Einblicke in die Realität und die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt.

TOP WVR ist ein „Klammer“-Fach, d.h. die benötigten Stunden entstammen dem Kontingent anderer Fächer. Durchgeführt wird es in Klasse 8.
Ein Testat, das dem Zeugnis beigelegt wird, informiert über das Projekt und die individuell erbrachten Leistungen.

TOP BORS

Das Themenorientierte Projekt, Berufsorientierung an Realschulen (TOP BORS) hat durch den neuen Bildungsplan 2004 nochmals eine stärkere Gewichtung erfahren. Die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert in einem hohen Grad an Selbstverantwortung und stark handlungsorientiert einen Grad an Berufswahlreife anzueignen, so dass sie sich gut begründet für einen Ausbildungsberuf oder eine weiterführende Schule entscheiden können.

TOP BORS wird in der in der 9. Klasse durchgeführt und bei uns im Fächerverbund EWG mit einer Wochenstunde eingebettet. Zentral bleibt das Praktikum, bei dem die Schüler eine Woche lang (in der Regel Mitte November) einen Beruf erkunden und in den Betrieben sind.

Die Schülerinnen und Schüler planen im Team Vorgehensweisen zur Erlangung persönlicher Berufswahlkompetenz, dabei erarbeiten sie sich selbständig einen Überblick über zentrale Gesichtspunkte der Berufs- und Arbeitswelt. Sie können eine eigenständige Berufsentscheidung treffen und wissen auch wie und wo sie sich erfolgreich bewerben können. Die erworbenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden vor den Osterferien in einer Projektprüfung mit Präsentation und Kolloquium geprüft. Um in dieser Projektprüfung gut abschließen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler in einer Projektdokumentation bzw. einer Projektmappe  ihre Arbeit und ihre Lernfortschritte dokumentieren. Die Projektmappe, die Präsentation und das Kolloquium / Prüfungsgespräch bilden in ihrem Ergebnis eine Ziffernote und eine Verbalbeurteilung, in der das Arbeitsverhalten, die Arbeitsinhalte und die Arbeitsergebnisse der Schülerin, des Schülers dokumentiert werden. Diese Beurteilung und Benotung wird in einem Testat festgehalten, das dem Zeugnis beigelegt wird.